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Zürcher Verhältnisse in der ganzen Schweiz?

24.07.2017    

Es ist hinlänglich bekannt, dass der gemeinnützige Wohnungsbau in Zürich einen viel höheren Stellenwert hat, als es aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse sinnvoll wäre.

Es ist hinlänglich bekannt, dass der gemeinnützige Wohnungsbau in Zürich einen viel höheren Stellenwert hat, als es aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse sinnvoll wäre. Das Zürcher Stimmvolk hat sich aber nun mal an der Urne so ausgesprochen und das ist zu respektieren. Dass nun aber versucht wird, den gemeinnützigen Wohnungsbau schweizweit zu forcieren, geht definitiv zu weit. Ausserhalb Zürich gibt es höchstens ein paar wenige weitere Orte, in denen der Mietwohnungsmarkt einigermassen vergleichbar ist. Schon im Kanton Zürich sieht es auf dem Land völlig anders aus. Und selbst in der Stadt Zürich ist die Wohnungsnot, wie im Tagesanzeiger kürzlich zu lesen war, mehr Angstmache als Tatsache.

Landesweit nimmt das Angebot an verfügbaren Wohnungen zu, wie steigende Leerwohnungsziffern belegen. Wohnungssuchende haben offensichtlich eine grössere Auswahl, denn Mietwohnungen müssen länger inseriert werden. Es kommt nicht von Ungefähr, dass der Nationalrat kürzlich diverse wohnungspolitischen Vorstösse mit Forderungen nach weiteren staatlichen Regulierungen abgelehnt hat. Umso weniger ist zu verstehen, dass der Bundesrat vorschlägt, mehr Steuergelder in den Fonds zur Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus zu pumpen. Ist nicht überall Sparen angesagt? 

Wie lange wird schon am Mietrecht wie an einer Daumenschraube gedreht? Wie lange wird Steuergeld in den gemeinnützigen Wohnungsbau geleitet? Und ist das Jammern über die Zustände auf dem Wohnungsmarkt leiser geworden? Natürlich nicht. Es waren und sind ja auch die falschen Rezepte. Würde es endlich ermöglicht, dass dort, wo die Nachfrage besonders dringend ist, gebaut werden könnte, gegebenenfalls durch Verdichtung, würden Private ohne staatliche Hilfe Wohnungen bauen. Ein grösseres Angebot würde sich automatisch auf die Mietpreise auswirken. Es ist eh eine Illusion, dass mit öffentlichen Geldern günstige Wohnungen für alle erstellt werden können. So aber profitieren einige wenige und der grosse Rest bezahlt. Zürich sollte nicht als Vorbild für die ganze Schweiz dienen.